Warum Weiterbildung so wichtig ist – Mein Workshop im Kreativraum 1726

Weiterentwicklung passiert selten im luftleeren Raum. Gerade in der Boudoir-Fotografie, die von Erfahrung, Feingefühl und zwischenmenschlicher Kompetenz lebt, ist Weiterbildung ein entscheidender Faktor. Man kann sich vieles anlesen, anschauen und theoretisch erarbeiten – doch am meisten lernt man von Menschen, die diesen Weg bereits lange gehen.

Genau aus diesem Grund habe ich im November 2025 einen Workshop besucht. Einen Workshop bei einem Fotografen, dessen Arbeit ich schon lange mit großer Wertschätzung verfolge: Patrick Kothe. Veranstaltungsort war der Kreativraum 1726, ein Studio, das allein schon durch seine Atmosphäre inspiriert.

Zweifel, Respekt und die Frage: Bin ich dafür bereit?

Als ich den Aufruf zu dem Workshop auf Patricks Instagram-Profil gesehen habe, waren meine ersten Gedanken alles andere als euphorisch. Stattdessen kamen Zweifel auf, die vermutlich viele kennen, die noch am Anfang ihrer fotografischen Reise stehen.

Bin ich überhaupt schon so weit?
Was, wenn ich mich völlig ungeschickt anstelle?
Ist das nicht sehr viel Geld für jemanden, der noch lernt?
Und lohnt sich das wirklich?

Diese Gedanken sind absolut verständlich. Man hat Respekt vor einem sehr erfahrenen Fotografen, vor den anderen Teilnehmenden, die vermutlich deutlich mehr Praxis mitbringen, und nicht zuletzt vor dem professionellen Model, mit dem geshootet werden soll. Doch wie so oft im Leben gilt auch hier: Einfach machen.

Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Im Zweifel ist das Geld investiert – aber man geht um eine Erfahrung reicher nach Hause. Also habe ich mich angemeldet.

Ankommen, durchatmen und sofort wohlfühlen

Die lange Fahrt zum Workshop bot reichlich Zeit, um sich weiter mit den eigenen Gedanken auseinanderzusetzen. Doch schon beim Betreten des Studios verflog ein Großteil der Unsicherheit. Patrick begegnete uns direkt offen, herzlich und auf Augenhöhe. Die anderen Teilnehmenden waren freundlich und interessiert, und Marie – das Model des Workshops – war vom ersten Moment an unglaublich angenehm, unterstützend und warm.

Diese Atmosphäre nahm sofort Druck heraus und schuf genau den Rahmen, den gutes Lernen braucht.

Theorie, die wirklich aus der Praxis kommt

Der Workshop begann mit einem Theorieblock, der sich vor allem mit Kommunikation, Haltung und dem Umgang mit dem Model beschäftigte. Als langjähriger Teil der Kinky-Community waren mir viele Konzepte rund um Consent, Achtsamkeit und respektvolle Interaktion bereits vertraut. Trotzdem gab es zahlreiche Aspekte, die ich so noch nicht bedacht hatte.

Besonders wertvoll war dabei Patricks langjährige Erfahrung. Er konnte viele Situationen aus der Praxis schildern, die man als weniger erfahrener Fotograf schlicht noch nicht erlebt hat – und auf die einen kein Tutorial wirklich vorbereiten kann. Genau diese Erfahrungswerte machen den Unterschied zwischen theoretischem Wissen und gelebter Praxis.

Der Sprung von statisch zu dynamisch

Nach der Theorie ging es in die praktischen Shootings mit verschiedenen Sets. Und hier wartete der nächste, sehr prägende Aha-Moment auf mich.

Bisher hatte ich vor allem statisch mit nicht professionellen Models gearbeitet. Das Shooting mit einem professionellen Model wie Marie war eine völlig neue Erfahrung. Dynamische Bewegungen, fließende Übergänge, ständiger Wechsel – all das erfordert eine andere Herangehensweise. Prozesse müssen schneller gedacht, Entscheidungen intuitiver getroffen werden.

Plötzlich wurde auch mir bewusst, dass ein solches Shooting körperlich anstrengend ist. Man bewegt sich mit, reagiert ständig, passt sich an. Es fühlt sich weniger wie „Anleiten“ an und mehr wie ein gemeinsamer Tanz zwischen Model und Fotograf.

Diese Erfahrung hat mir unglaublich viel Freude bereitet und meine Begeisterung für diese Form der Fotografie noch einmal deutlich vertieft.

Ein Model, das den Unterschied macht

Marie hat mit ihrer Ausstrahlung, Professionalität und Leichtigkeit maßgeblich dazu beigetragen, dass dieses Shooting so wertvoll war. Sie schuf eine Atmosphäre, in der man sich ausprobieren durfte, ohne Angst vor Fehlern zu haben. Die Kommunikation mit ihr war jederzeit offen, klar und unterstützend.

Über den gesamten Workshop hinweg war sie präsent, aufmerksam und – ganz einfach – ein strahlender Sonnenschein. Für mich als Fotograf am Anfang meines Weges war das eine enorme Hilfe und ein großes Geschenk.

Feedback, Fehler und echte Lernmomente

Natürlich lief nicht alles perfekt. Fehler wurden gemacht, Einstellungen passten nicht, Momente wurden verpasst. Doch genau darin lag der Wert des Workshops. Durch das direkte Feedback von Patrick und den Austausch mit den anderen Teilnehmenden wurden diese Fehler nicht zu Rückschlägen, sondern zu Lernmomenten.

Diese Offenheit, Fehler nicht zu verstecken, sondern gemeinsam zu reflektieren, ist etwas, das ich aus diesem Workshop besonders mitgenommen habe.

Erschöpft, erleichtert und voller Motivation

Als ich nach dem Workshop wieder in mein Auto stieg, war ich müde. Körperlich erschöpft – aber gleichzeitig unglaublich erleichtert. Wieder einmal hatte sich gezeigt, dass die meisten Befürchtungen, die man vor solchen Schritten im Kopf hat, völlig unnötig sind.

Ich habe tolle Menschen kennengelernt, wertvolle Erfahrungen gesammelt, in einem großartigen Studio arbeiten dürfen und am Ende sogar wundervolle Bilder für mein Portfolio mitgenommen. Vor allem aber habe ich eines gelernt: Weiterbildung lohnt sich. Immer.

Dieser Workshop war nicht nur ein fachlicher, sondern auch ein persönlicher Meilenstein auf meinem Weg in der Boudoir-Fotografie.

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Meine Ziele für 2026 – Planung, Shootings und Weiterentwicklung

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Was ich aus meinen ersten Boudoir-Shootings gelernt habe